Die Wörterlisten
Seit 1958 werden Fragebögen, sogenannte "Wörterlisten", verschickt; die Anzahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die dankenswerterweise die Mühe auf sich nehmen, diese Listen auszufüllen, schwankt zwischen vier- und fünfhundert. Leider haben wir in den letzten Jahren durch Tod nicht wenige Gewährsleute verloren, die seit Beginn der Aktion dabei waren. Mit Freude nehmen wir jeden auf, der bereit ist, mitzuarbeiten.  

Hier sehen Sie eine unserer Wörterlisten, die wir im Februar 2009 verschickt haben:

213/01

Kennen Sie das Wort mög(e)lert (meg(a)lad, mig(a)lad), mög(e)lig für „lieb, liebenswert“? Bitte Satzbeispiel.

213/02

Um welches Kartenspiel handelt es sich beim Mogeln? Bitte kurze Beschreibung.

213/03

Bitte geben Sie uns Satzbeispiele mit mögen in den Bedeutungen a) „etwas (nicht jemanden!) gern haben, etwa sein Auto“; b) „Wunsch, Verlangen nach etwas haben, etwa nach einer Maß Bier“.

213/04

Dazu Satzbeispiele, in denen mögen in der Bedeutung „wollen, den Wunsch haben“ allein oder in Verbindung mit einem Zeitwort vorkommt, z.B. „ich mag nicht“; „das möchte ich wissen“.

213/05

Bedeutet mögen bei Ihnen auch „können“, z.B. da möchtest du dich gescheit langweilen? Bitte anderes Satzbeispiel.

213/06

Kommt mögen auch in Redensarten vor wie der möchte und kann nicht, wenn jemand arm ist oder angibt, das ist, wie wenn ich möchte und kann nicht von einer halben Sache. Bitte in Verbindung mit Satzbeispiel.

213/07

Wird der Ausdruck mögert (megad, michad u.ä.) für a) „lieb, liebenswert“; b) „mannstoll“ verwendet? Bitte Satzbeispiel(e).

213/08

Für a) „unbeliebt“; b) „unangenehm“ das Wort unmögert? Bitte Satzbeispiel(e).

213/09

Falls das Wort vermögen auch der Mundartsprecher gebraucht, bitten wir um ein Satzbeispiel.

213/10

Dasselbe gilt vom Hauptwort Vermögen.

213/11

Ist für „reich, vermögend“ bei Ihnen der Ausdruck vermöglich üblich? Bitte Satzbeispiel.

213/12

Kann man für „matt“ abmögig hören oder hat das Wort bei Ihnen andere Bedeutung? Bitte Satzbeispiel.

213/13

Nennt man jemanden, der mogelt, Mogler(er)? Ebenso einen gezinkten Würfel? Bitte Satzbeispiel(e).

213/14

Kennen Sie Zusammensetzungen mit -mohn, z.B. Feldmohn, Feuermohn, Schlafmohn? Bitte in mundartlicher Aussprache.

213/15

Heißt bei Ihnen der Teufel der schwarze Mohrackel? Werden a) „Salamander“; b) „Unke, Kröte“; c) „tiefschwarzes Haar“;     d) „getrockneter Nasenschleim“ als Mohrackel bezeichnet? Bitte Satzbeispiele.

213/16

Was bedeutet das Wort mohrackeln? Bitte genaue Bedeutungsangabe, Satzbeispiel.

213/17

Haben die Samenzäpfchen der Hasel den Namen Haselmoinel o.ä., die Katze den Namen Moinzei o.ä.? Bitte Satzbeispiel. Wie heißen diese Samenzäpfchen sonst?

213/18

Erinnern Sie sich an den Ausdruck Molesten für a) „Schwierigkeiten, Scherereien“; b) „Schmerzen, Beschwerden“? An Molesten machen für „schimpfen“? Bitte Satzbeispiel(e).

213/19

Hörte man molestieren für „drangsalieren“ oder in anderer Bedeutung? Bitte genauere Angabe, Satzbeispiel(e).

213/20

Wird der Glasschusser bei Ihnen Moll genannt? Bitte mit Satzbeispiel.

213/21

Verwenden Sie den Ausdruck Mollen für a) „oberer Teil der Dampfnudel“; b) „Ackerkrume (welche?)“? Bitte Satzbeispiel.

213/22

Gilt Mollen bei Ihnen auch als Schimpfwort für eine unfreundliche, nicht besonders schöne oder schwerfällige männliche Person? Ggf. bitte mit einem entsprechenden Beispielsatz.

213/23

In welchen Bedeutungen ist das Wort Moller, Molli, Moltel u.ä. in Bezug auf Rinder bekannt? Bitte genauere Angaben, Satzbeispiele.

213/24

Geben Sie uns bitte ein Satzbeispiel mit mollert für a) „rundlich“; b) „mürbe, lind“ (von Gebackenem)“; c) „weich (etwa von Haaren)“; d) „angenehm warm“.

213/25

Oder hört man bei Ihnen statt „mollert“ g(e)mollert, für rundlich auch nudelg(e)mollert? Bitte Satzbeispiel(e).

213/26

Nennt man in Ihrer Mundart a) den Straßenstaub; b) den Straßenkot; c) krümelige Ackererde Molte (Molta, Moltan)? Bitte Satzbeispiel(e).

213/27

Das Streichbrett am Pflug Molter? Bitte Satzbeispiel.

213/28

Kennen Sie den Ausdruck molterig für „körnig“ oder in weiterer Bedeutung? Bitte genaue Bedeutungsangabe, Satzbeispiel(e).

213/29

Kann man für „alle Augenblicke“ alle Moment, alle Momenterl hören? Bitte Satzbeispiel.

213/30

Wird der abnehmende Mond als abnehmendes oder altes Monat, der zunehmende als zunehmendes oder junges Monat, der Neumond als neuer Monat bezeichnet? Bitte mit Satzbeispiel(en).

213/31

Welche (frühere) mundartliche Zusammensetzungen mit -monat fallen Ihnen ein, z.B. Eismonat, Brachmonat, Seelenmonat, oder im Bezug auf die Mondphasen etwa Vollmonat? Bitte genaue Bedeutung, dazu Wiedergabe in mundartlicher Lautung.

213/32

Ist Ihnen monaten im Zusammenhang mit einer Augenkrankheit von Pferden geläufig? Bitte genauere Angaben, Satzbeispiel.

213/33

Kommt das Wort monatlich auch in der Mundart vor? Der Ausdruck das Monatliche für a) „weibliche Periode“; b) „Monatslohn“ oder in weiterer Bedeutung? Bitte im Satzbeispiel.

213/34

Gibt es bei Ihnen Vergleiche und Redensarten mit Mond wie ein Gesicht, ein Kopf wie ein Mond für „volles Gesicht; runder Kopf“, jetzt geht der Mond auf, wenn jemand mit einem vollen Gesicht oder einer Glatze daherkommt? Bitte möglichst in Verbindung mit einem Satz.

213/35

Sagt man mit dem Mond gehen für a) „launisch sein“; b) „nicht richtig gehen (von der Uhr)“? Bitte im Satzzusammenhang.

213/36

Weitere Redensarten u.ä. mit Mond bzw. Herr Mond?

213/37

Welches Wetter erwartet man, wenn der Mond einen „Hof“ hat? Welches, wenn die Mondphasen wechseln?

213/38

Glaubt bzw. glaubte man, man solle bei zu- bzw. abnehmendem Mond bestimmte Dinge tun bzw. nicht tun, z.B. Haare schneiden, Pflanzen setzen?

213/39

Sind bei Ihnen für die Mondphasen Ausdrücke wie alter, kranker, schwarzer Mond oder aufnehmender, ausgehender, eingehender Mond üblich? Bitte genaue Bedeutung.

213/40

Um welches Sattlerwerkzeug handelt es bei Halbmond, Viertelmond? Bitte eventuell mit Skizze.

213/41

Bezeichnen Sie a) ein volles Gesicht; b) einen runden Kopf; c) einen kahlen Kopf; d) einen Menschen mit vollem Gesicht, rundem Kopf oder mit Glatze als Vollmond? Bitte entsprechende Satzbeispiele.

213/42

Spricht man, wenn Dämmerung, Zwielicht beginnt, von mondeln (maneln u.ä.)? Bitte Beispielsatz.

213/43

Gibt es bei Ihnen die Redensart das moniert mir nix für „das beeinflußt mich nicht“? Bitte mit Satzbeispiel.

213/44

Kennen Sie den Ausdruck mönig für „pomadig, bequem“ oder in weiterer Bedeutung? Bitte genauere Angabe, Satzbeispiel(e).

213/45

Oder montieren, anmontieren für „kleiden, ein Gewand anziehen“? Bitte Satzbeispiel(e).

213/46

Erinnern Sie sich an Zusammensetzungen mit   -montur wie Feiertagsmontur, Sommermontur oder Staatsmontur für das beste Gewand? Bitte Satzbeispiel(e).

213/47

Wird moorig (statt und in der Bedeutung von „moosig“) auch in der Mundart gebraucht? Bitte Satzbeispiel.

213/48

Das Wort nachmooren für „nachwachsen (vom Torf)“? Bitte Satzbeispiel.

213/49

Kann Moos (Moos, Muas, Muast) bei Ihnen    a) „Moospflanze (verschiedener Art)“;            b) „Algen“; c) „Feldsalat“; d) „Geld“ bedeuten? Bitte mit entsprechendem Satzbeispiel(en).

213/50

Werden „sumpfige Stelle“, „Moor“ auch als G(e)moos, Rotmoos, Wasenmoos bezeichnet? Eventuell genauere Angaben, Satzbeispiel.

213/51

Hat Baummoos bei Ihnen die Namen Laubmoos, Lungenmoos, Schoppermoos? Bitte mit Satzbeispiel.

213/52

Sagt man zu Flechten Hungermoos, zu Algen oder Wasserlinsen Wassermoos? Bitte mit Satzbeispiel(en).

213/53

Gibt es für „modrig, schlammig riechen oder schmecken“ in Ihrer Gegend Ausdrücke wie mooseln, mooseinen oder möseln, mösern? Bitte Satzbeispiel.

213/54

Bedeutet bei Ihnen einmoosen a) „(einen Acker) mit Moos zuwachsen“; b) „im Sumpf einsinken“? Bitte Satzbeispiel(e).

213/55

Heißt ein Bauer mit Moorgrund Mooserer, Mösler? Bitte Satzbeispiel.

213/56

Nennt man das Moped Mopperl? Andere scherzhafte Bezeichnungen für das Moped? Gilt Mopperl auch für „kleine Weidenpfeife“? Bitte Satzbeispiel.

213/57

Kennen Sie Eier möpfen für Eier picken? Kommt möpfen auch in anderem Zusammenhang vor? Bitte mit Satzbeispiel.

213/58

Gibt es für a) „mürrische, unfreundliche Person“; b) „schweigsamer Mensch“; c) „dicke Person“; d) „mürrisches Gesicht“ den Ausdruck Moppel oder hat das Wort bei Ihnen andere Bedeutung? Bitte Satzbeispiel(e).

213/59

Gebrauchen Sie moppeln für a) „ein mürrisches Gesicht machen“; b) „beleidigt tun“ oder in weiterer Bedeutung? Bitte eventuell genauere Angaben, Satzbeispiel(e).

213/60

Sagt man von wertlosem Zeug das schmeiße ich auf den Mist, gehört auf den Mist geschmissen, das darfst du in den Mist eingraben? Bitte im Beispielsatz.

 

 

Für alle Interessierten sei kurz die Wörterliste erläutert:

Die Fragen der Wörterlisten entstehen aus einer Durchsicht des bereits gesammelten Materials. Wie bereits erwähnt, zeigen sich hier Schwächen verschiedener Art.

· Manchmal ist eine Angabe unklar. So fragen wir in Wörterliste 135/12 nach einer derlauerten Hütte, eine Sammlermeldung aus Miesbach aus den 1930er Jahren aufgreifend. Unsere heutigen Sammler aus dem Landkreis Miesbach konnten gleich ein Missverständnis aufklären - wir hätten richtig eine derlanerte Hütte lesen müssen.

· Oft ist es so, dass ein Wort nur selten gemeldet worden war, dass wir aber annehmen, dass es weiter verbreitet ist. In Wörterliste 135, Frage 2, war nach knofeln "Geld abspielen, abpressen" gefragt worden. Ein einziges Mal war dieses Wort bisher - aus Niederbayern um 1914 - bezeugt. Sammler aus Ober- und Niederbayern konnten unsere Annahme bekräftigen, dass das Wort noch heute bekannt und gebräuchlich ist.

· Meist fehlen in den älteren Sammlermeldungen die für uns sehr wichtigen Belege für die Verwendung des Worts im Satzkontext. Aus diesem Grunde werden wir nie müde, immer und immer wieder um Satzbelege zu bitten.

· Sehr wertvoll sind für uns auch ausführliche Sacherläuterungen. So ist etwa in den ursprünglichen Fragebogen aus der Gründerzeit des Wörterbuchs nach beliebten Kartenspielen gefragt worden; neben vielen anderen ist eine Einzelmeldung für ein Spiel "Bauern aus dem Land treiben" eingegangen; ebenso auf eine Frage nach Kinderspielen eine Meldung für "Bären aus dem Land treiben". In Wörterliste 122/13 und 122/14 fragten wir nach dem Bekanntheitsgrad und nach den Spielregeln dieser beiden Spiele und erhielten auch erschöpfende Auskünfte.

· Es ist für uns auch wichtig zu wissen, wo ein Wort gebraucht wird und wo nicht. Wie oft kommt es vor, dass ein Dialektausdruck aus der Oberpfalz in Oberbayern unbekannt ist - oder umgekehrt! Der Regensburger sagt Rogel, der Rosenheimer Stranize(l), der Tirschenreuther Guckern, der Friedberger Gstatl. Wie weit reichen aber insgesamt die genannten Wörter? Wo genau ist welches Wort bekannt? In diesem und in vielen anderen Fällen sind auch die negativen Antworten in den Wörterlisten für uns sehr wichtig - die Aussage "hier nicht bekannt" ist sehr wertvoll, auch wenn uns klar ist, dass es keine besondere Freude macht, ganze Wörterlisten mit dieser Angabe ausfüllen zu müssen. Selbstverständlich ist es für uns wertvoll, wenn in solchen Fällen der übliche Mundartausdruck statt des gefragten angeben wird.